Röhrenradio: UKW-Röhrensender und Detektorempfänger mit Schulmaterial von Phywe
Aufbau eines amplituden-modulierten UKW-SEnders nach Phywe-Aufbauanleitung
der Sender
der Empfänger
Literatur
- E. Bretschneider: Die Physik in Versuchen. Teil III - Elektrizität. Phywe A.G., Göttingen, Blatt 6711 b
- Link zum Phywe Aufbaumaterial
ältere Beschreibung
Röhrenradio: UKW-Röhrensender und Detektorempfänger mit Schulmaterial von Phywe
Diese Seite liefert Erfahrungswerte für den Aufbau von Sendeanlage und Empfänger mit dem Phywe-Schulmaterial um die Röhre EC 92.
Inhalt:
- Kurzüberblick für Eilige
- Schritt für Schritt
Zusatzinfo: Bei Hörfunk im Mittel- und Langwellenbereich (MW/LW) wird die Amplitude der (konstanten) Trägerfrequenz zur Signalübertragung verändert. Bei Radios mit englischer Beschriftung ist das der Berech AM für Amplitude modulation. Bei Ultrakurzwellen (UKW) wird das Signal per Änderung der Trägerfrequenz bei Beibehaltung einer Amplitude aufgeprägt. Im Englischen heißt der deutsche UKW-Bereich FM für Frquency modulation.
Der Sender
Der Sendedipol emittiert ein amplitudenmoduliertes Signal im UKW-Bereich (90 -140 MHz). Signalquelle ist ein CD-Player.
Hinweise zum Aufbau und zu den Geräten für Eilige
- Betrieb zunächst ohne Modulation (nur Widerstand zum Gitter)
- Mit Glimmlämpchen am oberen Teil des Bügels Schwingung prüfen (helles Leuchten auf beiden Seiten)
- Statt Bügel mit Plattenkondensator alternativ durchgängiger Bügel und Kondensator 100 pF auf Steckplatte
- In diesem Versuchsaufbau wird die Gitterspannung moduliert, Alternative: gleiches Spulenpaar in die Leitung zur Kathode einbauen.
- Tipp: Statt mit CD-Player erst mit Funktionsgenerator prüfen
- Alternative zum CD-Player: Spannungsquelle wenige Volt mit Mikrophon in Reihe
- Die Anodenspannung kann oft geringer als 250 V, teilweise fkt. es noch mit etwa 40 V.
- Die Spannungsversorgung geschieht im Bild mit einem Leybold-Trafo. Von Phywe eignet sich das "Netzanschlussgerät"
Schritt für Schritt
Grundaufbau - der Schwingkreis
(Röhrenplatte EC92, größeres Bild nach Anklicken)
Statt Bügel mit Plattenkondensator alternativ durchgängiger Bügel
und Kondensator 100 pF auf Steckplatte.
Zwischen Heizung und Kathode besteht
keine direkte Verbindung.
Übrigens: Der Plattenkondensator ist nicht der Schwingkreiskondensator! Er ist nötig, um keine gleichstrom-leitende Verbindung vom Pluspol zum Gitter herzustellen, welches über einen Widerstand mit dem Minuspol verbunden ist.
Die Schwingkreiskapazität ergibt sich aus dem Zwischenraum zwischen Anode und Gitter - und ist sehr klein!
ABER: der Plattenkondensator (oder sein Ersatz in Form eines 100pF-Kondensators)
haben doch eine viel höhere Kapazität, da spielt der Gitter-Anoden-Zwischenraum
keine Roller mehr!
DOCH: Denn Kapazitäten addieren sich genau anderes
herum wie Widerstände, also in Reihe - wie hier - über ihre Kehrwerte.
Annahme: Die Kapazität Anode-Gitter betrage 1 pF. Dann: 1/C = 1/1pF
+ 1/100 pF => C=0,99 pF ~ 1pF.
Erste Tests - der Schwingkreis
- Mit Glimmlämpchen am oberen Teil des Bügels Schwingung prüfen (helles Leuchten auf beiden Seiten)

- Geschlossene
Leiterschleife dicht an den Bügel halten
Zweite Tests - der Sendedipol
- Glimmlampe
an Sendedipol halten, an den Enden befinden sich Spannungsbäuche, so
dass die Glimmlampe leuchten sollte.

- Lampe in den Dipol einbauen
Empfang testen
Ok, der Sendedipol schein in Ordnung. Jetzt geht's an den Empfang.

Mittels Empfangsdipol und mittig eingebauter Diode lässt sich der Empfang
testen. Als Dioden eignen sich z.B. die von Leybold vertriebenen Germaniumdioden
AA118 und OA85, letztere eine "Allzweckdiode". Nicht geeignet sind
Siliziumdioden wie die 1N4007 und D1/1000.
Modulation
Die Modulation erfolgt - mit Spulen mit 300 und 1200 Windungen - entweder zwischen Minuspol und Kathode oder zwischen Kathode und Gitter. Letzteres erscheint einfacher verständlich und hat im Test leicht bessere Resultate geliefert.
Als Quelle des ersten Testsignal eignet sich ein (kleiner) Funktionsgenerator, später kann er durch einen CD-Spieler ersetzt werden.

Empfang 1 - mit Kopfhörer

Das aufmodulierte Signal lässt sich in wenigen Dezimetern Entfernung vom
Sendedipol mit einem Kopfhörer auffangen.
Empfang 2 - mit Lautsprecher und Verstärker
- Für die Wiedergabe des Signals mittels Lautsprecher ist ein Verstärker nötig. Es eignen sich z.B. der hier verwendete von Leybold (Nr. 52261), der "Leistungsverstärker" von Neva (7220 277) und der "NF-Verstärker" von Phywe (Nr. 13625.93, aus der Beschreibung: Leistungsverstärker 12,5 W für schwache Tonfrequenzsignale zum Ansteuern niederohmiger Lautsprecher).
- Die Lautsprecher der Lehrmittelfirmen erwiesen sich als wenig geeignet, die besten Ergebnisse ließen sich mit einem in der Sammlung herumliegenden Exemplar aus dem Alltagseinsatz erzielen (4 Ohm).

(Größeres Bild nach Anklicken)
Die Reichweite beträgt wenige Meter. Mittels langer Stativstangen läßt sich Abschirmung demonstrieren.
Empfang 3 - mit Weltempfänger
Ein billiger Weltempfänger schaffte trotz der Amplitudenmodulation (statt der im UKW-Bereich üblichen Frequenzmodulation) die beste Klangwiedergabe.
Empfang 4 - Gleichrichtung mittels Kristalldetektor
Anstelle
der Germaniumsdiode lässt sich die Gleichrichtung auch mittels "Kristalldetektor"
erzielen, häufig Bleiglanz oder Pyrit.
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